Funktion und Einsatzgebiete eines Hydraulikhammers

Ein Hydraulikhammer, auch Abbruchhammer genannt, ist als Anbaugerät für einen Bagger konstruiert. Mit ihm werden große Betonteile oder im Bergbau auch Fels zerstört, um die kleineren Teile besser abtransportieren zu können. Der Hydraulikhammer kann ausschließlich Material brechen und nicht schneiden.

Entwickelt wurde das Aufbauwerkzeug von Krupp in Essen. Das erste Modell mit dem Namen HM 400 wurde im Jahr 1967 auf dem Markt gebracht. Die Entwicklung basierte auf einem Patent aus dem Jahr 1963, welches sich die Firma im Zuge der Entwicklung eines hydraulischen Schlagwerkes sicherte. Dieser Hammer hatte allerdings noch einige Kinderkrankheiten, weshalb sich die Technik erst mit der Vorstellung der Modellserie BRH der Firma Montabert im Jahr 1969 durchsetzte. Bis heute wurde die Serie BRH weltweit mit am häufigsten eingesetzt. In den weiteren Jahren haben weitere technische Errungenschaften die Funktionalität der Hydraulikbohrhämmer verbessert. So wurde durch die Firma Indeco im Jahr 1986 ein intelligentes Schlagsystem vorgestellt. Mit diesem System konnte man erstmals mit einer Steuerung verschiedene Materialhärten erkennen und die Frequenz und die Schlagkraft entsprechend anpassen. Vorher konnte der Hammer nur mit der gleichen Frequenz und der gleichen Kraft arbeiten.

Gegen die durch die Arbeiten entstehenden großen Lautstärken wurde im Jahr 1989 ein schallgedämpftes Gehäuse durch Henze gebaut. Mit diesem Gehäuse konnte die Lautstärke um bis zu 20dB verringert werden. Ein beeindruckender Rekord wurde im Jahr 2007 mit dem größten Hydraulikhammer der Welt aufgestellt. Alleine der Hydraulikhammer wiegt zehn Tonnen und muss an einen Bagger mit einem Eigengewicht zwischen 85 und 140 Tonnen, abhängig von der Konstruktion, montiert werden. Jeder Schlag dieses Hammers beinhaltet eine Energie von 16kJ bei einer Schlaggeschwindigkeit von 380 Schlägen pro Minute.

Grundlegend besteht ein Hydraulikhammer aus drei großen Bauteilen. Diese sind Schlagwerk, Gehäuse und der Meißel. Das Schlagwerk ist dafür zuständig die über Hochdruckschläuche aufgebaute Arbeit an den Meißel zu übertragen. Mit Hilfe von Hydrauliköl wird Druck in einem Speicher aufgebaut. Dieser Druck wird dann bei einem festgelegten Grenzwert ruckartig auf einen Schlagkolben übertragen, der dadurch in Bewegung gesetzt wird. Diese übertragene Energie wird Schlagenergie genannt. Die Schlagzahl gibt an, wie oft pro Minute eine Übertragung erfolgt. Der Meißel leitet die an das Schlagwerk übertragene Energie auf das zu spaltende Material weiter, weshalb dessen Wirkung am deutlichsten zu sehen ist. Es gibt Meißel in verschiedenen Bauformen, die je nach vorliegendem Material eingesetzt werden. Bei härterem Material werden spitzere Meißel eingesetzt, wodurch die ganze Schlagenergie auf eine kleinere Fläche trifft und somit der Stein leichter bricht. In der Meißelbuchse wird der Meißel geführt, durch Haltekeile wird ein Herausrutschen verhindert. Die Aufgabe des Gehäuses ist hauptsächlich die Eindämmung von Lärm und Vibrationen. Aus diesem Grund ist das Gehäuse möglichst komplett geschlossen und gedämpft.

Die drei Hauptkomponenten wären allerdings ohne dem Trägergerät, in der Regel ein Bagger, nicht wirkungsvoll. Der Bagger mit seinem Eigengewicht, welches sich nach der Größe des Bohrhammers richtet, kann den Meißel erst mit der benötigten Kraft gegen das Gestein drücken. Erst so kann die vollständige Energie des Bohrhammers auf das zu brechende Material übertragen werden.

Hydraulikhämmer werden heute in verschiedenen Gebieten eingesetzt. Aus dem täglichen Leben ist der Einsatz im Straßenbau. Diese Hämmer sind aber kleine Baugrößen. Mittlere Baugrößen werden beim Abriss größerer Gebäude eingesetzt. Die großen Hydraulikhämmer werden hauptsächlich als Produktionsmaschinen im Bergbau eingesetzt, da sie effektiv in kurzer Zeit eine große Menge Material brechen können.

Hydraulikhammer